Parallel zur Seismik Giga-M der Stadtwerke München startet die seismische Untersuchung M-Plus. Ab August 2026 erkundet die Innovative Energie für Pullach GmbH (IEP), die mit dem Zweckverband Neufahrn/Eching und den Stadtwerken Fürstenfeldbruck zu M-Plus gehört, im Gebiet Pullach West zwischen Isar und Starnberger See das Potenzial für Tiefengeothermie. Aktuell kontaktiert die Firma IPS Celle Grundstückseigentümer und Behörden wegen Betretungserlaubnissen.
Was genau passiert bei einer seismischen Untersuchung und was bringt sie?
Mit einer 3D-Seismik wird der Untergrund räumlich dargestellt. So lässt sich das Potenzial für Erdwärme aus Tiefengeothermie erkennen. Die Untersuchungen sollen sicherstellen, dass mögliche Geothermie‑Bohrungen erfolgreich sind.
Wie genau wird der Untergrund untersucht?
An festgelegten Messlinien legt die DMT Group mithilfe von IPS aus Celle im Auftrag der drei kommunalen Betriebe der Seismik M-Plus Erdmikrophone aus. Dann fahren Vibro-Trucks auf Straßen und auf Feld- und Waldwegen in etwa quer zu den Geophon-Messlinien. Vibro-Trucks haben in der Mitte eine Platte. Diese senken sie ab, vibrieren sie am Boden und senden dabei Schallwellen in den Untergrund. Dann heben sie die Platte wieder und fahren zum nächsten Messpunkt. Die Schallwellen werden von den unterschiedlichen geologischen Formationen im Untergrund reflektiert und dann von den Erdmikrophonen, auch Geophone genannt, aufgezeichnet.
Wo genau ist das Gebiet Pullach West?
Das seismische Erkundungsfeld reicht von der Isar zum Starnberger See und ist 81 Quadratkilometer groß. Es handelt sich um das bergrechtliche Erlaubnisfeld Pullach Süd und die aus technisch notwendigen Gründen angrenzenden Erlaubnisfelder Gauting Ost, Gauting West, Vierseen und Planegg. Die IEP hat die betroffenen Gemeinden Schäftlarn, Gauting, Starnberg, Icking und Berg vorab informiert.
Wie arbeitet M-Plus mit den Stadtwerken München (SWM) im Rahmen von Giga-M zusammen und was bringt das?
Die IEP, die Stadtwerke Fürstenfeldbruck und der Zweckverband Neufahrn/Eching haben sich zur Seismik-Kampagne M-Plus zusammengeschlossen. M-Plus sind drei ergänzende Seismik-Kampagnen, die im Rahmen von Giga-M größtmögliche Synergien auf an Giga-M angrenzenden Flächen bei Geophon-Auslage und Befahrung mit Vibro-Trucks erzielen.
Wird es in den Gebieten der Zusatz-Seismiken M-Plus neue Tiefengeothermie-Bohrungen geben?
Bei den Zusatz-Seismiken handelt sich um reine Datenerhebungen. Ob und wann es neue Tiefengeothermie-Bohrungen geben wird, ist nicht Thema der Seismik-Kampagne von M-Plus.
Wann genau startet die Seismik-Kampagne Pullach West und wann ist sie fertig?
Die Einholung der Betretungserlaubnisse hat im März begonnen. Die seismische Untersuchung startet ab August 2026 mit dem Auslegen der Geophone und ist voraussichtlich Ende Oktober/Anfang November abgeschlossen. Die Messung kann man sich wie eine Wanderbaustelle vorstellen; pro Anregungspunkt dauert die Messung nur sechzig Sekunden.
Welche Auflagen für die Seismik-Kampagne sind einzuhalten?
Beim Auslegen der Geophone sowie beim Befahren mit den Vibro-Trucks gibt es begleitende Erschütterungsmessungen an den nächstliegenden Gebäuden sowie eine ökologische Baubegleitung. Fachleute achten darauf, dass Richtwerte an Gebäuden eingehalten werden und dass Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume geschützt sind.
Kann es Schäden geben?
Die Auftraggeber der Seismik-Kampagnen achten darauf, dass es zu keinen Schäden an Gebäuden oder unterirdischen Leitungen kommt. Mögliche Flurschäden auf unbefestigten Wegen werden repariert oder ausgeglichen. Die IEP hat bereits 2018 eine seismische Erkundung durchgeführt, bei der es keine Schäden gab.
Wo kann man sich über die Seismik-Kampagne Pullach West informieren?
Über den aktuellen Stand der Seismik Pullach West informiert die IEP auf ihrer Projektwebsite https://iep-pullach.de/seismik-pullach-west/.
Weitere Infos kompakt für Sie zusammengestellt gibt es im Flyer M-Plus – hier zum Download: Flyer M-Plus


Die beiden Projektleiter für die seismische Erkundung im Gebiet Pullach West Sebastian Barajas und Dr. Ralph Baasch.