Bestes Poster und bester Pitch (Vortrag) – die Innovative Energie für Pullach GmbH zeichnet zwei Doktoranden für ihre ORC-Forschung aus.
Die Innovative Energie für Pullach GmbH zeichnet die Arbeiten von Saeed Jamali Keisari und Leonard Muke mit jeweils 250 Euro aus. Die beiden Doktoranden nehmen an der Summer School des Knowledge Center Organic Rankine Cycle (ORC) teil, die aktuell am Lehrstuhl für Energiesysteme der Technischen Universität München in Garching stattfindet. Die Summer School ist eine Kooperation mit dem europäischen FlexGeo Projekt und der Geothermie Allianz Bayern.
Was ist ORC-Technologie?
ORC ist eine Technik, mit der sich aus Wärme etwas aus heißem Wasser aus Tiefengeothermie Strom erzeugen lässt. „Bevor nach einer erfolgreichen Tiefengeothermie-Bohrung ein Fernwärmenetz entsteht und die ersten Kunden angeschlossen sind, lässt sich mit einer ORC-Anlage von Anfang an Geld verdienen“, sagt der Christoph Schifflechner, der die Abteilung Geothermische Anlagentechnik des Lehrstuhls für Energiesysteme an der Technische Universität München in Garching leitet.
Warum ist die ORC-Forschung wichtig?
Die Weiterentwicklung der Anlagentechnik zur Wärme-, Strom- und Kältebreitstellung ist ein wichtiger Baustein für die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Flexibilität der Geothermie. Deshalb beschäftigt sich Schifflechners Arbeitsgruppe seit über zehn Jahren mit der ORC-Forschung. „Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr die Summerschool ausrichten können, an der mehr als 25 Promovierende aus ganz Europa teilnehmen, die die ORC- und Wärmepumpentechnologie voranbringen.“
Welche Arbeiten haben einen Preis bekommen?
Die Jury aus mehreren Professoren und Wissenschaftlern hat das Poster des Doktoranden Saeed Jamali Keisari von der Universität in Mailand zur Weiterentwicklung von ORC-Pumpen als preiswürdig bewertet. Die Arbeit ermöglicht eine deutliche Verbesserung der Flexibilität und Effizienz von Geothermiekraftwerken sowie eine Reduktion des Wartungsaufwands. Der Doktorand Leonard Muke von der Universität in Sevilla wurde für seinen Vortrag zu innovativen Ansätzen zur flexiblen Verstromung von Wärme mittels sCO2-Kreisprozessen ausgezeichnet.
Helmut Mangold, Geschäftsführer der Innovative Energie für Pullach GmbH, unterstützt die ORC-Forschung gern. „Für die Finanzierung von Tiefengeothermie-Projekten sind erste Umsätze nach den erfolgreichen Tiefengeothermie-Bohrungen wichtig. ORC-Anlagen bringen von Anfang an Umsätze, ohne dass daraus reine Stromprojekt werden“, sagt er. Zusätzlich sorgen ORCs dafür, dass im Sommer die wenig genutzte Wärme zusätzliche Umsätze bringt, was Geothermie-Projekte noch wirtschaftlicher macht und Finanzierungen erleichtert. „Wir wollen, dass ORCs echte Booster für die Tiefengeothermie werden, deshalb fördert die IEP die ORC-Forschung und zeichnet Forschende aus. Wir freuen uns, wenn aus Forschung Wirklichkeit wird und die Anlagen nicht nur einen besseren Wirkungsgrad haben, sondern auch günstiger in der Anschaffung werden.“
Was ist das Besondere an ORC-Anlagen und wie arbeiten sie?
Eine ORC-Anlage (Organic Rankine Cycle) ist eine Wärmekraftmaschine, die thermische Energie beispielsweise aus heißem Thermalwasser aus Tiefengeothermie in Strom umwandelt. Die Funktionsweise ähnelt einem klassischen Dampfkraftwerk, arbeitet aber nicht mit Wasser, sondern mit einem organischen Arbeitsmedium mit niedrigem Siedepunkt. Dieses organische Arbeitsmedium dehnt sich aus und treibt eine Turbine an. Ein daran angeschlossener Generator erzeugt daraus Strom.
Weitere Pluspunkte von ORC-Anlagen: Sie brauchen weniger hohe Temperaturen und Drücke; die Systeme sind geschlossen und laufen weitgehend automatisiert und brauchen wenig Wartung.


Die beiden Doktoranden Leonard Muke (hinten links) und Saeed Jamali Keisari (hinten rechts) erhalten jeweils 250 Euro für den besten Pitch und das beste Poster für ihre Arbeit rund um ORCs aus. Christopher Schifflechner (li.) von der TUM freut sich über die Zusammenarbeit mit der IEP. Überreicht hat den Scheck die Leiterin Kommunikation der IEP Gudrun Bergdolt.